„OeME“ ist natürlich, wie so vieles in Kirche und Gemeinde eine Abkürzung für Insider. Hinter den vier Buchstaben verbirgt sich die Gruppe Ökumene, Mission und Entwicklung der Kirchgemeinde Zweisimmen. Ihre Aufgabe ist es, den Gedanken der weltweiten Christenheit, der angemessenen Verbreitung der frohen Botschaft und der Verantwortung für die globalisierte Welt im Alltag der Kirchgemeinde vor Ort deutlich sichtbar zu machen.

Der Kirchgemeinderat hat dazu verschiedene interessierte Gemeindeglieder beauftragt. Außerdem arbeiten Helen Eymann und Hansueli Gammeter aus dem Kirchgemeinderat, sowie Pfarrer Günter O. Faßbender hier verantwortlich mit.

In der Vergangenheit haben wir verschiedene Projekte aus dem Katalog der weltweit unterstützten Partnerorganisationen des Hilfswerks evangelischer Kirchen in der Schweiz (HEKS) ausgewählt und Jahr für Jahr ein anderes in den Mittelpunkt gestellt. Ein Schwerpunkt war die von der OeME-Gruppe organisierte und durchgeführte Adventssammlung mit einem Stand an der Zweisimmer Weihnachtsstimmung, einem Spendenaufruf in der Dezember-Ausgabe des Kirchenblattes und Spendendosen in der Geschäften. In der Passionszeit wurde mit der katholischen Kirchgemeinde ein ökumenischer Suppensonntag durchgeführt, der die Projekte vom Fastenopfer und Brot für alle zum Gegenstand hatte.

Seit 2015 ist der Schwerpunkt die Aktion „Hilfe für Chintheche – Chintheche Aid“. Diese unterstützt ein kleines Landspital im Norden von Malawi.

Und wir machen uns Gedanken über die Zukunft der OeME-Arbeit. Ursprünglich war die Aufgabe der OeME, die Verantwortung der Ortsgemeinde für notleidende Menschen in aller Welt, für die internationale Ökumene und für ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger in der Schweiz wahrzunehmen und durch verschiedene Veranstaltung im Bewußtsein der Kirchgemeindeglieder zu verankern. Dies ist sicherlich auch heute weiter nötig, nur müssen wir überlegen, ob das noch in den überkommenen Strukturen weitergeführt werden soll. In Zweisimmen tritt die OeME-Gruppe bei der Adventssammlung und beim Suppensonntag in Erscheinung. Die Frage ist, ob es nicht auch andere Formen geben kann, diese Arbeit fortzuführen. Darüber sollten konzeptionelle Gespräche geführt werden.

Hilfe für Artouz

Amer Derky lebt in Artouz, einem Vorort von Damaskus an der südlichen Ausfallstraße Richtung Qunaitra. Vor dem syrischen Bürgerkrieg hat er, nachdem er als junger Mann in Berlin eine Ausbildung zum Augenoptiker gemacht hatte, als Fremdenführer in Syrien gearbeitet. Bei einer meiner Orientreisen habe ich ihn und seine Familie kennengelernt. Er wurde über die Jahre zu einem geschätzten Freund; mehrmals war ich bei ihm in Hause seiner Eltern als Gast.

Vor etwa fünfzehn Jahren begann er zusammenmit seinem inzwischen verstorbenen Vater, eine Schule aufzubauen. Das staatliche Schulwesen in Syrien konnte diese Ergänzung gut gebrauchen. In dieser Schule sollten die Kinder zu gegenseitiger Achtung und Toleranz erzogen werden, denn Syrien ist ein Vielvölkerstaat. Kurden und Araber, Alawiten und Christen, Armenier und Beduinen lebten friedlich zusammen – bis 2011 von außen ein Bürgerkrieg entfesselt wurde, der dieses wunderbare Land bis heute in seinen häßlichen Lauen hält. Oftmals hatte ich Angst um Amer und seine junge Familie, wenn über Wochen und Monate keine Nachricht von ihm kam. Wenn er dann wieder etwas von sich hören ließ, waren es Nachrichten von Tod und Zerstörung, von unsäglichem Leid und Elend.

Inzwischen hat sich die Lage für Amer deutlich beruhigt. In Artouz wird nicht mehr gekämpft, es ist einigermaßen normales Leben zurückgekehrt, allerdings auf sehr niedrigem Niveau. So ganz funktioniert die Infrastruktur noch nicht zuverlässig, immer wieder gibt es Stromsperren, die Versorgung der Bevölkerung steht noch auf wackeligen Beinen. Hinzu kommt – und das wird bei uns häufig vergessen -, daß es in Syrien und auch in Artouz riesige Lager für Flücht­linge gibt. Aus den ehemals umkämpften Regionen sind die Menschen innerhalb des Landes geflohen in der Hoffnung, nach einem Frieden und dem Einzug von stabilen Verhältnissen in ihre Heimat zurückzukehren. In Artouz leben darum etwa 100.000 Flüchtlinge. In Amers Schule Alphabet, die ursprünglich einmal für höchstens 400 Schülerinnen und Schüler ausgelegt war, werden nun weit über tausend Kinder unterrichtet und betreut.

Ein Vorhaben ist es nun, den Flüchtlingsfamilien in Artouz im auch in Syrien bitterkalten Winter jede Woche mindestens ein Kilo Brot, Zucker, Reis und zehn Liter Diesel / Mazzout für die Kochherde zur Verfügung zu stellen. Ein Verwandter der Familie lebt in Deutschland, immer wieder reisen einzelne Mitglieder nach Syrien und können dabei Devisen mitnehmen; die Inflationsrate in Syrien liegt nach letzten Schätzungen irgendwo bei 30 bis 40 Prozent.

Der Kirchgemeinderat Zweisimmen hat in seiner Sitzung am 14. Januar darum beschlossen, dieses Anliegen nach Kräften zu unterstützen und den Kirchgemeindegliedern zu empfehlen. Wir wollen in der nächsten Zeit Kollekten hierfür einsetzen, Spenden sind jederzeit herzlich willkommen. Denn es ist entschieden besser, den Menschen in Artouz mit Mitteln aus der einheimischen Wirtschaft zu helfen, als daß man sie nach abenteuerlichen Fluchtwegen hier in Europa unterstützen muß – was außerdem viel teurer wäre.

Darum möchten wir auch auf diesem Wege herzlich darum bitten, uns bei der Hilfe für die Flüchtlinge in Artouz zu unterstützen. Jeder Betrag, den Sie mit dem Vermerk „Artouz“ auf das Konto der Kirchgemeinde Zweisimmen (PC-Konto: 30-20313-6) überweisen, hilft, die Not dort zu lindern.

Die Hilfe der großen internationalen Werke ist im Moment sehr eingeschränkt. Zwei der vier humanitären Grenzübergänge in die Türkei wurden vor kurzem geschlossen (Stand Januar 2020); das bedeutet, es kommt nur noch die Hälfte der Unterstützung aus dem Norden. Solche privaten Initiativen wie die von Amer Derky und uns haben den Vorteil, daß sie vor Ort ansetzen, die am Boden liegende einheimische Wirtschaft durch Käufe und Umsatz unterstützen und den Menschen in der Nachbarschaft der Alphabet-Schule eine Perspektive auf Zeit geben können.

Auch hier gilt wie schon bei unserem Engagement für das Spital in Chintheche: eigentlich müßte andere, der syrische Staat für seine Bürger sorgen, für Schulen, Nahrung, sauberes Wasser. Aber was ist dieses „eigentlich“ wert in einem Land, in dem im Norden immer noch gekämpft wird?! Darum sagen wir bereits im Voraus „Shukran – Danke“.

 Jede Spende ist herzlich willkommen.

Wir bitten herzlich um Verständnis, daß wir nur Geldspenden annehmen können. Diese werden über Mittelsmänner in Devisen gewechselt und zum Kauf von Nahrungsmitteln und Brennstoff vor Ort verwendet. Nutzen Sie gerne das PC-Konto der reformierten Kirchgemeinde Zweisimmen

30-20313-6

Bitte vergessen Sie nicht, den Vermerk „Artouz“. Danke - oder wie es auf Arabisch heisst: „shukran“.

Hilfe fr Artouz Bild Alphabet SchuleHilfe fr Artouz Bild Amer Derky

Sekretariat

Reformierte Kirchgemeinde Zweisimmen
Kathrin Zuber-Flück
Kirchgasse 6
3770 Zweisimmen

Wichtige Telefonnummern und E-Mail Adressen

Pfarrer | Günter Fassbender | Tel. 033 722 12 69 und 079 933 16 36 | E-Mail
Pfarrerin | Linda Grüter | Tel. 033 722 72 00 | E-Mail
Präsidentin des Kirchgemeinderates | Helen Eymann | Tel. 079 748 28 37 | E-Mail
Sigristin | Magdalena Blatter | Tel. 079 782 11 71 | E-Mail
Sekretariat | Tel. 033 722 28 98 | E-Mail | (Montag 13.30–17.30 Uhr und Donnerstag 13.30–17.30 Uhr)
Leitung KUW 2.– 6. Klassen | Gertrud Gobeli | Tel. 033 773 66 93 | E-Mail
Familien- und Paarberatung | Weber Christian | Tel. 033 951 17 84 | E-Mail

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